Heyne Science Fiction & Fantasy

  "Die Triffids": Wenn es Meilensteine der deutschen Science Fiction-
  Geschichte gibt, so ist einer ganz sicher dieses Werk des Briten John
  Wyndham. Im Jahre 1960 erschien der Roman innerhalb der Heyne
  Taschenbücher. Es war der erste SF-Titel, dem weitere folgten. 

  1964 schließlich, nachdem 25 Nummern in der Allgemeinen Reihe
  veröffentlicht worden waren, gab es mit der Nummer 3026 den ersten
  Band einer eigenständigen Science Fiction Taschenbuch-Serie. Die
  Nummern 3001 bis 3025 wurden freigehalten und teilweise später mit
  Neuauflagen der seinerzeit erschienenen Titel belegt. 

  Erster verantwortlicher Lektor und Redakteur war Günter M. Schelwokat.
  Unter seiner Ägide wurde eine erlesene Palette von Werken renommierter
  vorrangig anglo-amerikanischer und britischer Autoren publiziert. Die
  Reihe unterschied sich dadurch deutlich von dem damaligen, noch immer
  knappen Genre-Angebot anderer Verlage. 

  1970 erschien dann mit Conan der erste Fantasy-Roman. Damit etablierte
  sich das Fantasy-Genre als fester und zunehmend mindestens
  gleichrangiger Bestandteil der Reihe. Conan war auch die Geburtsstunde
  eines weiteren Phänomens. 
  Es hatte bereits ganz früh Zyklen gegeben: beispielsweise den Foundation-
  Zyklus, den Isher-Zyklus oder den Wüstenplanet-Zyklus. Der heute, nach
  mehr als 30 Jahren immer noch laufende Conan-Zyklus, war der erste
  "Endlos-Zyklus" innerhalb der Reihe. Ihm sollten zahllose weitere folgen,
  beispielsweise der Scorpio-Zyklus, die Star Trek-Romane in all ihren
  Ausprägungen, Battletech, Shadowrun, das Rad der Zeit, das Schwarze
  Auge. Anfang der Siebziger Jahre erhielt Schelwokat, der gleichzeitig noch
  für dem Moewig-Verlag tätig war, Unterstützung in Person von Herbert W.
  Franke und Wolfgang Jeschke. Eine jüngere, aber bereits international sehr
  erfolgreiche Autorengeneration hielt zunehmend Einzug  
  in das Publikationsangebot. Insbesondere Jeschke, der 1978 das SF-
  Lektorat im Heyne Verlag übernahm und seit 1979 alleiniger
  Herausgeber ist, verhalf der Anthologie zu einer Blüte, wobei der
  Schwerpunkt nicht klassische Stories und Autoren waren, sondern er  
  eher im Gegenteil vielversprechenden jungen, auch deutschsprachigen, Autoren eine Plattform schuf, sich zu präsentieren.
  Inzwischen sind es Sascha Mamczak und Friedel Wahren, die den Fantasy-Bereich betreut, die gemeinsam mit Jeschke die Geschicke
  der Reihe lenken. In inzwischen über 40 Jahren ist Heyne Science Fiction und Fantasy zum Markenzeichen für ein breites, aber  
  ausgewogenes Angebot an Science Fiction und Fantasy-Literatur geworden. Auflagenstarke, am Publikumsgeschmack orientierte
  Werke auf der einen Seite ermöglichen es, über entsprechend höhere Verkaufszahlen hochdekorierte und teurere, oder weniger   
  bekannte, aber förderungswürdige Autoren und Autorinnen auf der anderen Seite mit zu finanzieren. Dieser Spagat ist dem Heyne
  Verlag bisher vorzüglich gelungen. Zahlreiche internationale Auszeichnungen sind ein Beleg für die über die Jahre hinweg anhaltende
  Qualität. Was die Quantität anbelangt, so sprechen mehr als 3000 Titel in gut 40 Jahren eine deutliche Sprache. Nicht nur für die Fans
  ist Heyne Science Fiction und Fantasy die größte SF-Taschenbuchserie im deutschsprachigen Raum und das in des Wortes
  umfassendster Bedeutung.